Effektiv Handpan lernen für Einsteiger

Lerne auf dieser Seite Strategien kennen, Handpan effektiv zu erlernen

 

Effektiv Handpan Lernen für Einsteiger

Dieser Artikel wendet sich an ambitionierte Anfänger, die sich schnell und frustfrei musikalisch weiter entwickeln möchten. Inhaltlich dazu beigetragen haben verschiedene Handpanlehrer und -portale wie Master the Handpan, Handpandojo, Handpan 360 und Benny Greb mit seinem Buch "effective practicing for musicians". 

Unterscheide zwischen Techniktraining und Musik machen 

Damit du dich nicht verlierst in dem einen oder anderen, bei zu viel Techniktraining verlierst du die Musik  aus den Augen und zu wenig Technik ist nicht förderlich, da die Technik dein Spiel aufwertet.

Mache es dir einfach und unterscheide zwischen Techniktraining, wie zum Beispiel Rolls, Floating Hand, Split Finger etcetera und einfach mal Musik machen. Du kannst dann die geübte Technik im Musikpart integrieren, damit hast du gleich die praktische Anwendung. Es ist gut, wenn du deine Konzentration über mehrere Monate auf 2-3 Techniken  legst, um Erfolge zeitnah erleben zu können, was wiederum dein Selbstvertrauen stärkt. Später ergänzt sich alles und die Dinge sind leichter zu erlernen, die Lernerfolge kommen schneller. Anfangs kann es aber mitunter mühsam sein bis man zufrieden ist. Die Kunst ist es, immer weiter zu machen, auch wenn es mal langweilig wird. Beharrlichkeit, Hingabe und Vertrauen sind Key. Zuguterletzt mal ein Vorschlag zur Aufteilung, du kannst zum Beispiel 40 Prozent Techniktraining und 60 Prozent deiner geplanten Übezeit für deine Musik nutzen. Das Warmup kommt natürlich hinzu, dafür kannst du noch 10 Minuten einplanen.

Welche Tools kannst du nutzen?

  • Timer - Zeitmanagement ohne Ablenkung
  • Metronom - Bleibe im Takt, das ist die Mindestausstattung, dein Metronom zeigt dir an, ob du im Takt bist oder rausfällst
  • Aufnahmegerät - erhöhe deine Konzentrationsfähigkeit, indem du dich aufnimmst, Vergleich der eigenen Fortschritte möglich (empfohlen, wenn man schon wenigstens etwas Übung hat)
  • Musik-Tagebuch - Protokollieren von Zielen und Struktur der Lerninhalte, Optimierung der Inhalte durch tägliche Reflektion, Eventuell auch für ToDo-Listen, um sich frei von Ablenkungen an die Handpan zu machen. Die Notizen sind auch zum Etablieren neuer Gewohnheiten eine gute Idee, sozusagen als neutrale Belohnung


Timer 

Deine tägliche Zeit für die Musik kannst du mit einem Timer stoppen, z.B. 25 Minuten Rolls, dann 5 Minuten Pause, dann geht es zur nächsten Übung. Das nennt sich auch Pomodoro-Technik, du stärkst damit deine Konzentrationsfähigkeit und du kannst dich durch den Timer frei von Ablenkungen an die Aufgabe machen, da du nicht ständig auf die Uhr schaust. Damit verhinderst du auch, dass du eine Technik zu lange übst. Nach 4 x 25 Minuten erhöhst du die Pause.


Wenn du nicht so viel Zeit hast, kannst du die Zeit auch verkürzen, 4 x 10 oder 15 Minuten zum Beispiel. Alternativ kannst du ohne Pause durchspielen, du wirst aber schnell merken, dass sich Müdigkeit einstellt beziehungsweise dein Fokus nicht mehr optimal bei der Sache ist.

Recorder 

Hast du Zuhörer oder nimmst du dich selbst auf? Achte mal darauf, in der Regel erhöht sich  dadurch dein Fokus, insofern es dich nicht gerade zu nervös macht. Die Aufnahme, die du zu Beginn deiner Recordings machst und nach 3 Monaten regelmäßiger Übung kannst du gut vergleichen. 

Trainings-Tagebuch - Ziele setzen 

Wann übst du was wie schnell und wie lange und in welchem Tempo? Techniken wie Floating Hand, Paradiddles, Rhythmen, Notizen zur Optimierung kannst du an dieser Stelle notieren. Zum Beispiel kannst du dir in einer Kalenderübersicht ein 3-monatiges Ziel setzen, beispielsweise oben besagte oder andere relevante Techniken. 


  •  Ein Tagebuch erleichtert durch die Auflistung der ToDos neue Gewohnheiten, du musst nicht lange überlegen, was zu tun ist. 
  • Wenn du dir die Wissenschaft von Gewohnheiten ansiehst, kann es dir auch als neutrale Belohnung dienen, einen Haken zu machen nach dem Techniktraining, darüber kann man sich freuen
  • Das Vergleichen der aktuellen Spielfertigkeiten mit dem Spiel von "Früher" wird durch den Fokus auf diverse Techniken sehr  übersichtlich. Du kannst gegebenenfalls auch die Recordings von dir eintragen, Dateiname etc...


Mit deinem täglichen Eintrag in dein Musiktagebuch reflektierst du automatisch was du optimieren darfst. Du passt entsprechend deines Stands, deiner Verbesserungen in den verschiedenen Techniken an, was du weiterhin wie lange und in welchem Tempo üben möchtest. Nach den ersten Erfolgen wird es leichter sich selbst einzuschätzen, diese stellen sich aufgrund deiner Konzentration auf wenige Dinge schneller ein. Lass deine Erwartungen los, spielerisch und mit Freude lernt es sich am Besten. Wenn du jetzt noch autodidaktisch und mit Videotutorials unterwegs bist, es lohnt sich sicher ein Lehrer hinzuziehen oder zusammen in Gruppen zu musizieren.  

 

Wenn du eine neue Technik, den Rhythmus etcetera spielst und auch schon mühelos in deine Musik integrieren kannst, kannst du wieder was neues lernen, das bereits gelernte wiederholst du ohnehin jetzt durch deine Musik. Wenn du bis bis zur Perfektion wartest, kann man mitunter lange warten, da du erst über längere Zeiträume immer besser Nuancen entdeckst, sogar langjährige Spieler finden  immer wieder etwas zum Verbessern ihrer bereits ausgefeilten Technik. Das Gehör und die Koordination werden im Laufe der Zeit immer besser, Wiederholung und sich immer wieder hinterfragen ohne Frust sind ein wichtiger Schlüssel zur Musik. Immer optimistisch bleiben, du wirst jeden Tag ein kleines Stückchen besser. 

Metronom 

Ein Metronom benötigst du mindestens, es gibt auch zahlreiche Handyapps, darunter auch eine von Benny Greb, die es zwischenzeitlich auch für Android gibt. Die App hat den Vorteil, dass du Pausen einstellen kannst, es werden beispielsweise 4 Takte geklickt und 2 Takte nicht. Du übst quasi bei Stille den Takt nicht zu verlieren. Die App nennt sich Gapclick, das findet ihr sicher im Netz. 

Warmup - Scales

Handpan Warmups können langweilig sein, aber auch sehr spannend gestaltet werden. Damit lernst du den Anschlag, der Handwinkel wird optimiert je nach Tonfeld und es ist wichtig, da du das dann in deine Impros ohne nachzudenken integrieren kannst. Mache die Übungen möglichst langsam und auch sehr konzentriert, atme langsam und achte auf die Tonerzeugung und die Positionen deines Anschlags. Es gibt zahlreiche Videos im Netz dazu, ich kann dir hier folgendes auf Youtube empfehlen: Amy Naylor - Practice Scales with me

Hand to hand playing, Paradiddles, körperlich Rhythmen lernen

Damit du erst mal in einen gewissen Spielfluss kommst wird normalerweise von Anfang an Hand to hand playing unterrichtet. Du wechselst die Hände im Rhytmus ab, für Rechtshänder beginnend mit der rechten Hand, später lernst du das aber auch umgekehrt. 


Zum Beispiel bei einem 4-Viertel Takt: "1+2+3+4+" (1 und 2 und 3 und 4 und) werden die Ziffern "1, 2, 3, 4" dann mit der rechten und das "und" bzw. "+" mit der linken Hand gespielt. Mit Metronom geübt, bekommst du ein Gefühl für das Timing. An dieser Stelle übst du dann auch Ghostnotes, das sind dann die Noten, die nicht gespielt werden. Ein Beispiel wäre du spielst nur die "1" und die "3", das sprichst du dann mit besonderer Betonung mit und zwar wie folgt "1 + 2 + 3 + 4 + (fett und kursiv gedrucktes mit der Stimme laut gesprochen und betont, später leise gesprochen, dann läuft es unterbewusst). Das hat den Hintergrund, dass wir Rhythmen besser mit unserem Körper verinnerlichen als mit dem rationalen Verstand. Bestenfalls wippt man noch auf die 1 mit dem Fuß oder auch auf 2 oder sogar auf allen Schlägen. Aber das ist für den Start möglicherweise zu viel. Verlangsame das Tempo und schlage weniger Töne an, wenn du dich überfordert fühlst.

Bevor wir uns hier jetzt verlieren, kannst du dir das ein oder andere Tutorial ansehen. Das folgende Youtube-Video von Peter Levitov (Handpan 360) ist ein guter Start  Handpan 360 -  Notation and Rhythm Foundations


Wenn du bereit bist, kannst du dich für die Förderung deiner Koordination an Paradiddles machen. Investiere jeden Tag etwas Zeit damit und stelle dir den Timer, sonst ist sehr schnell mal eine Stunde rum. Paradiddles lassen sich gut im Warmup integrieren, sie sind super für Fills, aber auch ganze Rhytmen bauen darauf auf. 

Improvisation - Rhytmic Alphabet nach Benny Greb

Um später frei spielen zu können, was sicher das Ziel eines jeden Spielers ist, ist das rhythmische Alphabet sehr hilfreich. Musikalisches Vorwissen wie Noten lesen ist nicht wirklich erforderlich, da du viele Übungen bei Youtube findest und in dein tägliches Techniktraining integrieren kannst. Übe das rhythmische Alphabet bestenfalls auch zusammen mit Paradiddles, zum Beispiel indem du die Betonung, Ghostnotes, den Ding undsoweiter auf das Alphabet überträgst. Beispielsweise A--- im Alphabet ist der erste Anschlag immer auf dem Ding und die anderen Noten entweder Ghostnotes oder auf einem der Tonfelder. Wenn du das einmal drin hast, hast du unzählige Möglichkeiten dein kreatives Potential zu entfalten. Es findet sich hierzu ein Video von Sam Maher bei Master the Handpan, aber auch auf Youtube gibt es zahlreiche Übungen. 

Improvisation auf der Handpan - Gehörtraining David Charrier

Gehörtraining ist auch sehr interessant, das findet sich in den Kursen von David Charrier von Master the Handpan (z.B. Go further Kurs). Du hörst dir eine Aufnahme an und verbindest dein Hören mit dem Impuls auf der Handpan, den du letztendlich über den Körper abgibst. Du siehst hier relativ schnell Erfolge, eine Verbesserung der Verknüpfung vom Gehörten über den Körper zum Instrument. 

 
Das kannst du einfach mal ausprobieren, indem du dir einen Probezugang von David auf Master the Handpan erstellen lässt und dir ein Video zum Gehörtraining anschaust. In der Regel kannst du ihm kurz mitteilen, dass du eine Freigabe zum Gehörtraining wünschst.  

Schwierige Stücke zerlegen 

Das Auflösen der Kompositionen und Rhythmen in kleine Teilstücke sei an dieser Stelle erwähnt. Es gibt die Methode, dass du im Timing immer nur die erste Note spielst, dann die erste und die zweite, dann eins bis drei usw... Dann kannst du noch die linke und die rechte Hand alleine spielen, quasi die Noten, die mit links gespielt werden weglassen und umgekehrt nur links spielen und rechts weglassen. Die beiden Methoden lassen sich miteinander kombinieren und schaffen Sicherheit im Spiel, die Koordination wird verbessert. 

Was willst du auf der Handpan üben? 

Es gibt unzählig Übematerial, das führt leicht zu Überforderung. Wenn du deine Konzentration in viele Richtungen zerstreust, kommt ein entsprechendes Ergebnis und wir wollen Frustration und Stagnation vermeiden. 


Am besten du überlegst dir, wie weit du gerade bist und du fragst dich, wo du überhaupt hin willst. Schau dir dazu ein paar Tutorials im Netz an und such dir die geeigneten Tutorials für deinen Start. Beginnerkurse von Master the Handpan und Handpandojo sind ein guter Einstieg. 
 
Frage dich immer wieder zwischenzeitlich, was die wichtigsten Fähigkeiten an der Handpan sind, die du gerade für dein Weiterkommen üben möchtest. Sind deine Basics schon so fest, dass du zum nächsten übergehen magst? Wie weiter oben bereits angesprochen, wähle nur 2-3 Techniken, die du dann über mehrere Monate intensiv übst, je nachdem wie schnell du sie lernst und wie viel Zeit die Übungen beanspruchen mehr oder weniger. Übe die Techniken mindestens so lange, dass du sie in dein Spiel integrieren kannst und einigermaßen zufrieden mit dem Sound bist, bevor du zur  nächsten Technik übergehst. Es macht Sinn, sich immer wieder zu hinterfragen und auch mal aufzunehmen in diesem Stadium. 
 
Dein Musiktagebuch erleichtert es dir, dein eigenes Programm zu erstellen, da du jeden Tage beim Notieren reflektierst, was zu optimieren ist. Das stellt sich automatisch ein, wenn du bei der Sache bist.

Die beste Umgebung und Zeit für das Handpan spielen

Schaffe dir eine schöne Umgebung, das hilft dir zur Ruhe zu kommen und erleichtert die tägliche Gewohnheit, dass du dich vor deine Handpan setzt und spielst. Du brauchst deine Handpan, dein Equipment, deinen Platz nicht erst lange aufbauen und kannst direkt loslegen, mache die Gewohnheit möglichst einfach. Die Noten liegen parat die Onlinetutorials kannst du über einen Lesezeichen-Ordner mit einem Klick auf die rechte Maustaste öffnen alle zusammen öffnen. 


Versuche es auch mal zu verschiedenen Uhrzeiten an der Handpan. Dann stellst du unter Umständen fest, dass es unterschiedlich gut läuft. Das lohnt sich jedenfalls auszuprobieren... Du kannst dir eine feste Zeit freihalten, wenn das mal nicht möglich ist, ist es gut, wenn du dennoch spielst. Wenig gespielt ist besser als überhaupt nicht zu spielen. 

Wo wir gerade bei Zeit sind, time-logging ist ein gutes Mittel, um sich seiner Gewohnheiten bewusst zu werden.  Wenn du mal eine Woche aufschreibst was du wann machst, kannst du dir vielleicht mehr Zeit für das Handpan spielen und andere Aktivitäten freischaufeln, indem du dich von alten Gewohnheiten trennst. 
 

Die Einstellung zum eigenen Spiel

Du kannst dir zwar das ein oder andere bei den Profis abschauen, die Kunst ist es, sich keinesfalls schlecht zu reden. Am Besten vergleichst du dich mit deiner eigenen Version vom Vortag oder noch weiter zurückliegend. Bei den Profis kann man sich einiges abschauen, aber bleib guter Dinge, dass du alles Lernen kannst. Ansonsten hinterlässt es unterbewusste Prägungen und man lernt nie, wenn man sich das einredet. 

Wenn du deinen Bewusstseinszustand auf Dankbarkeit und Freude legst, zum Beispiel für den Tag oder auch einfach gerade dafür, dass du das Instrument JETZT spielen darfst, ist kein Platz mehr für Selbstkritik oder anderweitigen Frust. Akzeptiere am Besten deinen gegenwärtigen Entwicklungszustand so wie er ist. 
 

Mach den Kopf frei

Nach einem stressigen Tag, hilft es, erst mal mehrere Minuten tief durch den Bauch zu atmen und sobald Ruhe ins Denken kommt, mit dem Spiel bzw. mit dem Üben zu beginnen. 
 
Die Verbesserung stellt sich mit konzentriertem Fokus auf nur wenige Skills über einen Zeitraum garantiert ein. Du wirst dein eigenes Spiel finden und viel Freude dabei haben. Einige arbeiten auch mit Affirmationen und Visualisierung.

Weitere Ablenkungen 

Wenn du ein Musikinstrument übst, ist es von Vorteil, dass du in dieser Zeit konzentiert und frei von Ablenkungen bei der Sache bleibst. Handy aus und vielleicht noch Freunden und der Familie Bescheid geben, dass du jetzt übst. Auch eine Todo-Liste ist hilfreich, schreib auf was nach dem Üben zu machen ist, das macht erst mal den Kopf frei und nach dem Üben kannst du die Liste ja abarbeiten. 
 

Ja, das kann man noch weiterführen, aber für ambitionierte Anfänger ist das erst mal reichlich Material und so denke ich, ein guter Start. Es gibt sicher auch andere Ansätze, Anregungen könnt ihr uns gerne zukommen lassen.
 
Viel Freude mit eurem Instrument!